Wadowice. Die Stadt von Johannes Paul II

Rynek w Wadowicach
Die Geburtsstadt von Johannes Paul II macht vom ersten Augenblick an einen guten Eindruck. Eine stattliche Kirche ragt über dem weitläufigen Marktplatz empor, rundum stehen renovierte alte Häuser, gepflegte Rabatten und Cafehäuser laden zu einem längeren Aufenthalt ein.

Wadowice liegt am Skawa-Fluss 50 km in südwestlicher Richtung von Krakau entfernt, am Fuße der malerischen Kleinbeskiden, dem beliebten „Hausgebirge“ von Karol Wojtyła. Der künftige Papst Johannes Paul II. kam in einem bescheidenen Haus in der Kościelna-Str. 7, gleich neben dem Marktplatz und der Kirche zur Welt. Das Haus gehörte damals Yechiel Bałamuth, dem Kaufmann und Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde. Im Gebäude befindet sich jetzt das Johannes Paul II Geburtshaus Museum. In der alten Zweizimmerwohnung der Familie Wojtyła befinden sich derzeit nur wenige Elemente der früheren Innenausstattung, aber es gibt viele Andenken die mit dem Leben und der Tätigkeit des zukünftigen Papst zusammenhängen. Unter den Exponaten befinden sich Familienfotografien, Schulzeugniskopien von Karol, Unterlagen von seinen weiteren Lebensabschnitten und sogar seine Schier, sein Rucksack und seine Kajakpaddel, die von seiner touristischen Leidenschaft zeugen.
In direkter Nachbarschaft zum Papsthaus hat in einem Gebäude aus dem 19. Jh. das Marcin-Wadowita-Stadtmuseum seinen Sitz, das historische Sammlung der Wadowice-Region zusammengetragen hat.
Neben der Ausstellung  über die Stadtgeschichte werden hier auch periodische Ausstellungen präsentiert, viele von ihnen hängen mit Karol Wojtyła zusammen.
Die Kościelna Straße führt zum Marktplatz, also zum Johannes Paul II Platz. An der Marktplatzecke steht die Mariä-Opferung Basilika. Die gegenwärtige Gestalt des wichtigsten Gotteshauses der Stadt stammt aus der Mitte des 18. Jh. und repräsentiert den späten Barockstil. Die charakteristische Fassade mit einem zentralen Turm geht dem dreischiffigen Innenraum mit Seitenkapellen voran. Die Kirche ist vor allem als Taufstätte von Karol Wojtyła bekannt, das gotische Taufbecken ist in der Heiligen-Familie-Kapelle zu besichtigen. Die Gläubigen kommen in die Basilika auch um das wunderbare Bild der Gottesmutter der Unaufhörlichen Hilfe zu sehen. 2006 entstand eine spezielle Kapelle, die dem Johannes Paul II gewidmet wurde, die sein Nachfolger im Amt, Papst Benedikt XVI. persönlich geweiht hat.
In der Stadt sind viele Gebäuden erhalten geblieben, die mit Karol Wojtyła in Zusammenhang stehen. Das sind u. a. Schulen, die er besuchte und der neuromanische Klosterkomplex der Barfüßigen Karmeliter. All diese Stellen können bei einem Spaziergang über die Karol Wojtyła-Route besichtigt werden.
Nach dem Spaziergang kann man sich am Wadowice-Marktplatz bequem machen, um vom  „päpstlichen Cremeplunder“ zu kosten. Vor dem Krieg hat man solches Gebäck im eleganten Café vom Hagenhuber bekommen. Eben da pflegte es Karol Wojtyła nach dem Abitur zu essen, woran er während seines letzten Besuches in Wadowice 1999 erinnerte. Heute gibt es diese Konditorei nicht mehr, aber es gibt viele andere, die schmackhaften Wadowicer Plunderstücke servieren.

Sehenswert in der Umgebung !
Miniaturenpark in Inwałd, wo man den römischen Peters-Platz, den Eiffelturm und sogar die Große Chinesische Mauer und viele andere Bauten in der Skala 1:25 zu sehen bekommt.
Erlebnispark Dinolandia mit seinen Dinosauriermodellen, gleich neben dem Miniaturenpark. In Inwałd befindet sich auch ein Mini-Zoo, eine weitere Kinderattraktion.
Kleinbeskiden Landschaftspark, der zum Wandern einlädt.
Sucha Beskidzka, wo das Renaissanceschloss, das als „Kleiner Wawel“ bezeichnet wird, sowie die Holzschenke Roma aus dem 18. Jh., wo altpolnische Leckerbissen angeboten werden, bewundern werden können.
Kalwaria Zebrzydowska, wo inmitten der Hügel und Gipfel der Makowski- Beskiden sich das Passions und Mariensanktuarium befindet, mit Pilgerpfaden, an denen Kapellen und kleine Kirchen stehen. Das Zentrum des Sanktuariums bilden die barocke Kirche- und Bernhardiner (Franziskaner)-Kloster, die in die UNESCO-Liste als wertvollstes historisches Objekt dieser Art in Europa eingetragen wurden.

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